Tierschutz: Die Rettung für Hunde, Katzen und Co. | NDR Doku | DIE REPORTAGE

17 Aug 2017 29:33 2,994
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Katzen in verwahrlosten Wohnungen, ein Lama, das nicht artgerecht gehalten wird, ein Hund, mit dem die Besitzer völlig überfordert sind: Tierschutzberater Sina Hanke und Benjamin Kirmizi sehen solche Fälle fast täglich. Im Auftrag des Hamburger Tierschutzvereins Süderstraße gehen sie Hinweisen aus der Bevölkerung nach und prüfen, ob ein Tier möglicherweise misshandelt oder nicht tierschutzgerecht gehalten wird. Dann klingelt das Ermittler-Duo unangekündigt an der Tür, um den Meldungen auf den Grund zu gehen.

Die Tierschutzberater arbeiten eng mit dem Veterinäramt, der Polizei und dem Hundekontrolldienst zusammen. Dabei geht es aber nicht darum, den Besitzern gleich die Tiere wegzunehmen. Vielmehr wollen die Tierschutzberater eine Lösung finden, um das Wohl der Tiere zu verbessern. Das kann eine Beratung über den richtigen Umgang mit einem Hund sein oder ein Training, um mit schwierigen Tieren fertigzuwerden. Notfalls nehmen die Berater ein Tier auch mit. "Auch in Hamburg sind die Tierquäler unterwegs", sagt Benjamin Kirmizi. Er und Kollegin Hanke ärgert es, dass ihre Strafanzeigen oftmals ins Leere laufen. "Die Staatsanwaltschaft sei überlastet". Bei Verstößen gegen das Tierschutzgesetz werden die Verfahren oftmals eingestellt.

Heiko Nauschütz ist "Struppi-Wagen"-Fahrer im Tierheim. Er nimmt verletzte, kranke oder herrenlose Tiere auf und bringt sie so schnell es geht zu den Ärzten in die Süderstraße. Zu ihnen kommen Patienten, die keiner mehr wollte. Mit Sorge blickt Heiko Nauschütz den Sommerferien entgegen. Grund: In dieser Zeit sind besonders viele Tiere in Not. Hunde, Katzen und Kleintiere werden vor dem Urlaub vermehrt ausgesetzt. Die Tierretter auf den "Struppi-Wagen", die cicra 4.000 Rettungseinsätze pro Jahr fahren, sind dann rund um die Uhr im Einsatz.

INFO:

Was muss ich tun, wenn ich ein ausgesetztes Tier finde?

Bewahren Sie Ruhe und achten Sie auf ihre eigene Sicherheit. Sie kennen das Tier nicht und können nicht einschätzen, wie es auf Sie reagieren wird. Nähern Sie sich nur, wenn Sie absolut sicher sind. Nehmen Sie das Tier nicht mit nach Hause, sondern rufen Sie die Polizei, Feuerwehr oder das nächste Tierheim an.

Die Feuerwehr ist verpflichtet, sich um ausgesetzte Tiere zu kümmern. Wer ein Tier aussetzt oder misshandelt, macht sich gemäß des Tierschutzgesetzes strafbar. Wenn ein Verdacht besteht, wer das Tier ausgesetzt haben könnte, muss dies der Polizei mitgeteilt werden.

Mehr Informationen zum Thema: https://www.ndr.de/ratgeber/Wie-adoptiere-ich-ein-Haustier,tierheim760.html

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